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Bartagame krank? Jetzt selbst auf Parasiten untersuchen. Auch praktisch vor der nächsten Winterruhe!


Verstopfung oder träge Verdauung nach kurzer Winterruhe?

Für Anfänger im Bereich Bartagamen - Eure Einsteigerfragen

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lazybread
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Verstopfung oder träge Verdauung nach kurzer Winterruhe?

Beitrag von lazybread »

Informationen zur Haltung:
Pogonaart: Pogona vitticeps
Alter:7 Monate
Geschlecht:Männlich
Anzahl der Tiere:1
Terrariumgröße:120 x 80 x 60
Wie lange schon in Besitz des Tieres: 8 Tage


Hallo, ich bin langsam verzweifelt! Unsere Bartagame ist 7 Monate alt, seit ca. 1 Woche bei uns und macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Aber er hat seit 6 Tagen keinen Kot mehr abgesetzt. Er jagt, frisst, rennt herum. Ansonsten zeigen sich wirklich keine Auffälligkeiten. Der Bauch ist weich, der Bart nicht dunkel verfärbt. Er scheint wenig zu trinken, darum flößen wir ihm immer wieder mal was ein. Die Temperatur wurde vor 3 Tagen optimiert, nachdem wir gesehen haben, dass die Temperatur unter dem Sonnenplatz bei nur 37 Grad lag (jetzt sind wir bei 50°). Das kühlste Areal hat zwischen 23 - 25 Grad Celsius, dort ist er am liebsten. Haben ihn 2x gebadet (einmal in Wasser, einmal in Kamillentee) und den Bauch massiert. Nichts hat geholfen. Er frisst etwas Gemüse, allerdings nicht sehr gerne. Hauptsächlich bekommt er momentan Heimchen. Der Tierarztbesuch ist bereits geplant, beruflich aber momentan etwas schwierig umzusetzen, daher erst am Dienstag möglich (zu meiner großen Schande). Er kann keinen Sand gefressen haben, bekam keine Bananen oder ähnliches.
Wir haben ihn am 1.12. abgeholt und die Züchter meinten, dass er vor ca. 2 Wochen in Winterruhe ging, aber ohne Kottest o.ä. und wir ihn "einfach" aufwecken sollten. Bei uns war er von Anfang an aber immer sehr aktiv und aufgeweckt. Vielleicht ist die Tendenz für die kälteren Areale aber noch darauf zurückzuführen? Und kann es sein, dass sein Metabolismus bzw. die Darmperistaltik momentan einfach noch träge ist (aufgrund der abgebrochenen Winterruhe)? Der eine Kothaufen, den wir auch zur Kotanalyse eingeschickt haben, war makroskopisch ebenfalls nicht auffällig was Form, Farbe und Konsistenz betrifft. Ektoparasiten sind nicht erkennbar, die Elterntiere hätten scheinbar Kokzidien, die nie eradiziert wurden.
Ich bin für jede Hilfe und fachlichen Rat dankbar!

P.s.: Das eigentliche Terrarium für ihn ist größer (200 x 60 x 100), nur das Quarantäneterrarium ist leider nur in der oben angegebenen Größe.
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Beitrag von ThoRaySta »

Hallo Lazybread,

Keine Panik, unser Quarantäneterrarium ist auch nicht größer.
Das beruflich bedingte Aufschieben des Tierarztbesuches kenne ich nur all zu gut und ist meiner Meinung nach keine Schande.
Bei uns ist es momentan auch nicht wärmer als 25 Grad Grundtemperatur.
Die Agamen sind teils passiv und dann wieder sehr agil.

Vergangene Winterruhe und dann noch eine neue Umgebung sind schon Gründe für Verhaltensauffälligkeiten.
Stress begünstigt Parasiten und stört auch die Verdauung.
Unsere Agamen koten auch mehrere Tage nicht, denn es kommt immer darauf an, wie viel sie fressen und wie viel sie sich bewegen...und je nach dem Koten sie dann häufig bis auch mal seltener. Der Kot war/ist immer von der Konsistenz her in Ordnung.

Und kann es sein, dass sein Metabolismus bzw. die Darmperistaltik momentan einfach noch träge ist (aufgrund der abgebrochenen Winterruhe)?
Vom Menschen gesteuerte (erzwungene) Winterruhe ist immer ein Problem, da der Mensch ja nicht weiß, ob das Reptil zur WR bereit ist. Auch ein unterbrechen dieser Ruhephase kann sich sehr ungünstig auf den Stoffwechsel und das Befinden des Reptils auswirken.
Ich empfehle Dir daher den Tierarztbesuch und ggf. den Darm etwas mit Benebac (Probiotisch) zu sanieren...
Du kannst Dir vom TA auch etwas Benebac-Pulver abfüllen lassen, da im Pulver kein Zucker drin ist. ;).

Wäre Cool, wenn du nach dem TA Besuch kurz Bescheid geben könntest, was nun rausgekommen ist...
Ich könnte Dir noch weitere Vermutungen aufschlüsseln, was Dir jedoch nicht gerade helfen wird im Moment. ;:)


Grüßle Thomas
Zuletzt geändert von ThoRaySta am 10.12.2018, 21:12, insgesamt 1-mal geändert.
lazybread
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Beitrag von lazybread »

Also gestern habe ich endlich ein Häufchen im Terrarium vorgefunden! Und die Ergebnisse der Stuhlprobe kamen auch - leider positiv getestet auf Kokzidien und Oxyuriden.
Heute habe ich einen Termin in der Tierklinik beim Spezialisten für Reptilien und Exoten (betreut auch die Tiere des Zoos) wahrgenommen. Er war begeistert von unserem Kleinen. Insgesamt ein sehr schönes Tier, brav und absolut unauffällig. Im Röntgen waren nur leichte Blähungen erkennbar, sonst alles bestens. Er meinte auch, dass es am ehesten auf die unterbrochene Winterruhe zurückzuführen ist und gab mir die Medikamente gegen die Kokzidien und Oxyuriden mit. Also alles in Ordnung :)
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ThoRaySta
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Beitrag von ThoRaySta »

Na, dann bin ich ja beruhigt, dass es in Anführungszeichen "Nur" Kokzidien und Oxyuren sind.
Die Oxyuren bringen normalerweise Heuschrecken mit sich, ob das bei Heimchen auch so ist, weiß ich leider nicht.
Bei den Kokzidien ist halt die Quarantäne etwas aufwendiger, da diese sehr robust sind...
WIr haben mit Oxyuren keine Probleme mehr, seit wir nur Schaben verfüttern.
Gelegentlich mal Flagelaten, die von draußen gesammelten Grünzeug
eingeschleppt, bzw. übertragen werden...

Grüßle Thomas
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