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Oxyurien und Kokzidien bei Jungtieren

Eure Tiere sind krank oder haben auffällige Anzeichen, ihr braucht einen Tierarzt?
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Carmen
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Oxyurien und Kokzidien bei Jungtieren

Beitrag von Carmen »

Hallo Ihr Lieben,

habe 3 neue junge Bartagamen und hätte gerne mal die Einschätzungen von Fachleuten.
Mit der Suchfunktion habe ich hier schon Alles durchgelesen was Oxyurien und Kokzidien beinhaltet, 5 Bartagamenbücher gewälzt, Tierarzt-HP´s und Züchter-HP´s durchgeackert.

Je mehr ich lese, umso komplizierter scheint mir Alles.
Deswegen wollte ich Euch mal fragen und würde mich über Antworten freuen.

Informationen zur Haltung:
Anzahl: 1.1 in Quarantäne, 0.1 in Quarantäne
Alter: rund 4 Monate ; rund 4 Monate; 3,5 Monate
Geschlecht: insgesamt 1.2
Größe: 9 cm KL, 10 cm KL, 11 cm KL
Gewicht: jetzt 30, 40 und 53 Gramm
Terrariumgröße: 2 x Quarantäne 60 x 40 x 35
Beleuchtung: Wärmespot und Tageslichtlampe incl. UVBA und UVBB mit Abstand 25 cm, Temp. zwischen 24 und 43 Grad, Nachts 20 - 24 Grad
Vitamin und Calziumversorgung: Herpetal complete und Herpetal Mineral+D3
letzte Kotuntersuchung: vorgestern
bisherige Krankheiten: ???
bisherige Behandlungen: ??? eher keine
Tierarztbesuch:
Auffälligkeiten: der dünnste schleimigen Kot , 2 Tiere ohne Auffälligkeiten ( 1 sitzt extra)
Ernährungszustand: der leichteste mager und dehydriert, die mittlere mager aber noch nicht besorgniserregend, die größte gut
Wie lange schon in Besitz des Tieres: jew. 1 Woche

Die 2 kleineren Tiere habe ich von der gleichen Halterin. (seit 5-6 Jahren Bartagemen)
Sie mußten weg, weil sie lt. ihren Angaben von ihren anderen Jungtieren unterdrückt wurden und kaum mehr aus den Höhlen kamen und im Wachstum zurück blieben. Angeblich vor einem Monat selbst erst bekommen und lt. der Züchterin Kotuntersuchungen usw. gemacht.
Dann wurden die Tiere anscheinend sofort zu den anderen gesetzt ohne Quarantäne, wie auch, wenn sie die nur 4 Wochen hatte.

Normalerweise sollte man von solchen Tieren die Finger lassen, ich weiß, aber erstens waren die Tiere, als ich das erfuhr, schon bezahlt und zweitens brauchen solche Tierchen ja auch noch eine Chance.

Bei Ankunft waren die Beiden in meinen Augen sehr dünn und dehydriert, haben aber noch gut Lebendfutter gefressen. (Heimchen, Zweifleck-, Kurzflügel-, und Mittelmeergrillen, Soldatenfliegenlarven, Heuschrecken und Mehlkäfer. Bestäubt mit Herpetal Vit. und Mineral D3., Sepia gerieben zur freien Verfügung)
Wurden auch gebadet und besprüht, (Tautropfen schlecken usw.)
Das Männchen Timmy (orange hinter den Augen) wog 33 Gramm, das Weibchen Tirza auch 33 Gramm.

Das zweite Weibchen, Zora stammt von einer verantwortungsbewußten Züchterin sieht optisch fit aus und wog 49 Gramm. Sie sitzt in einem eigenen Quarantäneterrarium und es wird darauf geachtet, nichts von einem Becken in das andere zu verschleppen beim anfassen, reinigen usw. Futter- und Einrichtungsgegenstände werden auch getrennt gehalten.

Von Tag zu Tag frißt das Männchen weniger, die anderen Beiden sind total verfressen.
Das einzelne Weibchen frißt auch pflanzliche Nahrung (extrem vielfältig), die anderen beiden so gut wie noch nicht.

Hier die Ankunftsbilder der Beiden Kleineren:

Bild

Weibchen Tirza:
Bild

Männchen Timmy:
Bild

Das am Kopf sind keine Milben, wie ich beim ersten Anblick mit Schrecken auch dachte, sondern loser Sand ! in dem die Tiere gehalten wurden.

Sobald ich genug Kot hatte, wurde der an Dr. Biron in Düsseldorf geschickt und gestern erhielt ich vorab telefonisch das Ergebnis: alle 3 Tiere hohen Befall mit Oxyurien und Kokzidien.

Wie geschrieben hat Timmy schleimigen hellen Kot und frißt immer weniger, gestern noch 2 subadulte Grillen, heute bisher nur noch eine.
Wegen Dehydration habe ich heute alle wieder gebadet.
Die anderen Beiden fressen sehr gut und gierig.
Aktuelle Gewichte vor dem Baden:
Timmy von 33 Gramm auf 30 Gramm abgenommen
Tirza von 33 Gramm auf 40 Gramm zugenommen
Zora von 49 Gramm auf 53 Gramm zugenommen (innerhalb einer Woche)

Aktuelle Fotos:

Timmy:
Bild
Bild

Tirza:
Bild

Zora:
Bild

Was haltet Ihr vom Zustand der Tiere, vor allem von Timmy?


Heute sind bereits die Medikamente angekommen, fein beschriftet und dosiert. Demnach soll ich sofort jedem Tier eine Ration Baycox und 1 Ration Panacur ins Mäulchen geben und nach 10 Tagen nochmal.

Jetzt habe ich einerseits gelesen, daß beides zu gleich zu belastend wäre. Ausserdem wäre Baycox 5 % milchig und nicht klar und dass klare 2,5%tige ist giftig für Reptilien. Auch müßten die Mittel mehrere Tage hintereinander verabreicht werden und nach ein paar Tagen nochmal, jeder scheint da seine eigene Methode zu haben. Blicke bald nicht mehr durch!
Andererseits müßte ein bekannter und spezieller Reptilientierarzt wie Dr. Biron doch wissen was er tut.

Benebac ist bestellt.
Was würdet Ihr mir raten?

Übrigens, die Becken (glattes Glas) werden täglich mit kochendem Wasser und Dampfente gereinigt, Zewa gewechselt sobald einer gekotet hat, Hölzer weggeworfen und täglich neue rein, Schüsselchen ausgekocht und gebacken, bzw. auch erneuert.

Wie lange kann ich Timmy noch mit so wenig oder ohne Futter lassen so wie er aussieht? Wasser schleckt er noch ein wenig wenn ich was auf die Nase tropfe und auch etwas vom "Tau" beim sprühen.

Mache mir extreme Sorgen vor allem um den Kleinen!
Soll ich ihn lassen so lange er zumindest noch ein Tier am Tag frißt oder lieber mit Spritze Brei eingeben?
Oder evtl. warten ob er das Benebac freiwillig vom Mäulchen schleckt und dann besser frißt?

Bedanke mich schon mal im vorraus für eure Zeit und Mühe und evtl. den ein oder anderen Tip.

liebe Grüße
Carmen
Zuletzt geändert von Carmen am 30.08.2012, 18:16, insgesamt 1-mal geändert.
liebe Grüße
Carmen
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Beauty-Dragons
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Beitrag von Beauty-Dragons »

Hallo,

also behandeln solltest du auf alle Fälle und gerade wenn ein Tier schon nicht mehr frisst.

Ich hab ja aktuell auch so ein armes Würmchen,was bis obenhin voll mit Kokzidien und Oxyuren ist. Du solltest da auch net warten. Der Dr. Biron ist sehr bekannt und du kannst da schon darauf vertrauen was er dir empfiehlt. Ich hab schon mal telefoniert mit ihm,er ist sehr freundlich und hat für seine Papienten auch viel Zeit.

Da das Baycox aber nicht ohne ist,würde ich dir (wenn der eine weiterhin nichts frisst) eine Aufbaunahrung empfehlen. Ich füttere sie meinem Kleinen mit ner Spritze in Mäulchen. Critical Care für Pflanzenfresser heißt sie und wird mit Wasser quasi angerührt. Enthält auch alle Vitamine was ein Tier braucht. Ist umso wichtiger,wenn ein Tier krank ist. Solltest du bei fast jedem TA bekommen oder kannst sie auch übers Internet bestellen.
Carmen
Pogona Nullarbor Juvenile
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Beitrag von Carmen »

Hallo liebe Astrid,

vielen Dank für Deine Tips.
Das Critical care habe ich mir eben bestellt. :)

Erfreulich ist noch, daß Timmy heute am Abend noch 3 fette Grillen und 2 Soldatenfliegenlarven gefressen hat.
Hatte die aussen neben dem Becken schon in kleinen Behältern stehen und als er die sah wurde er richtig wild darauf.
Nachdem bei mir erst um 23 Uhr die Wärmespots ausgehen (Tageslicht und UV-Licht etwas eher um Dämmerung zu simulieren) und er noch einige Zeit in Wärme zu verdauen hat, hab ich ihm die auch um 20 Uhr noch gegeben.

Morgen geht´s dann los mit der Behandlung, aber erst nachdem ich ihnen allen Wasser und Fressen angeboten habe. Vielleicht nimmt Timmy ja freiwillig nochmal was an bevor ihm von den Mitteln schlecht wird.

Drücke Dir auch für Dein Würmchen sämtliche Daumen!

Nochmal Dankeschön und
Zuletzt geändert von Carmen am 30.08.2012, 23:43, insgesamt 1-mal geändert.
liebe Grüße
Carmen
Xineobe
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Beitrag von Xineobe »

Hallo

Ich würde einfach Dr Biron noch einmal anrufen und einfach nach fragen, da eigentlich wirklich davon abgeraten wird dies zusammen zu geben. Entweder sagt er die, dass er dies so angeordnet hat, oder dass da vielleicht bei der Verschickung schief gelaufen ist.

Da würde ich auch grade fragen, wieso das Baycox klar ist.

Grüße Xin
Carmen
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Beitrag von Carmen »

Hallo Xin,

Danke auch Dir, genau das habe ich vor einer Stunde gemacht.

Das Baycox ist schon das Richtige und die Trübung sieht man nur in der kleinen Minispritze und dem halben Tropfen der da drinnen ist nicht und da es so minimal dosiert ist kann ich das bedenkenlos zusammen verabreichen, was ich jetzt auch gleich mache.
Das wäre weniger schädlich, wie bei dem hohen Befall die Zeitverzögerung wenn man das hintereinander macht.
liebe Grüße
Carmen
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Gunman
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Beitrag von Gunman »

Hallo auch von mir, :wink:
mit Dr. Biron hatte ich jetzt noch nichts zu tun, aber er hat auf jeden Fall einen guten Leumund und ich habe auch schon einige Arbeiten von ihm gelesen, die von großem Fachwissen zeugen.
Wenn er die Behandlung so angesetzt hat, würde ich das auch einfach mal so hinnehmen.
Wir hier sind ja nur Laien und außerdem kann man es auch nicht anhand von Bildern beurteilen, sondern nur wenn man die Tiere gesichtet hat.

Was das Problem der Inappetenz betrifft, das wird durch die Behandlung auf jeden Fall noch verstärkt.
Bene Bac ist da erstmal kein Fehler, aber verlasse dich nicht zu sehr darauf, es ist kein Wundermittel.
Bei vielen Haltern hat es funktioniert, aber genau so ist bei anderen der erwartete Erfolg auch komplett ausgeblieben.
Was auf jeden Fall sinnvoll ist, das von Beauty-Dragons angesprochene Critical Care bereit zu haben.
Zusätzlich könntest du dann auch noch Carnivore Care geben.
Ist ebenfalls ein diätisches Mittel allerdings auf Eiweis- und Proteinbasis.

Eine weitere Möglichkeit wäre, wenn es komplett biologisch sein soll, einen Brei zur Ernährung selbst herzustellen.
Also faktisch alles an Grünfutter was einen hohen Nähr- und Vitamingehalt hat mixen und als Proteinlieferant kannst du bspw. etwas magere Putenbrust mit dazu geben.
Dann hättest du zumindest den Vorteil, das ein Rohfaseranteil in der Nahrung ist und somit der Magen-Darm-Trakt gefordert wird.
Damit könnte sich dann auch die Konsistenz des Kots verbessern.
Hat dir das Baden und sprühen jemand geraten, oder hast du von dir aus damit begonnen?
Gruß Gunman
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WIR haben uns die Tiere nach Hause geholt, also sollten WIR sie auch bestmöglichst versorgen!
Don't be confused by the lies of the fools and deceivers, hope and believe in the things, that we need to survive... Don´t lock me in a cage !
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Beitrag von Carmen »

Hallo Gunman,

auch dir lieben Dank für Deine Tips und Zeit.

Gerade eben habe ich meine 3 Kleinen entwurmt und die Quarantänebecken gesäubert und neu eingerichtet.

Critical care und Benebac müßte Beides morgen mit der Post ankommen. In der Apotheke hatten die keine Chance das zu bestellen weil es nur für Tiere ist und über Tierarzt wäre es auch nicht schneller gegangen.

Vor dem entwurmen habe ich nochmal gefüttert. Grünzeug haben sie sowieso ganztägig zur Verfügung.
Timmy hat eine dicke Grille verspeist, Tirza 4 und Zora 6 (mehr auf einmal wollte ich Zora nicht geben.)
Bei meinen Lieblingen habe ich mich mit der Eingabe der Mittel jetzt sicher unbeliebt gemacht. Ging aber ganz gut und sind noch alle Finger dran :wink:
Habe mir überlegt beim nächsten Mal zumindest bei denen, welche ganz wild auf Lebendfutter sind, die Beute damit zu impfen. Wäre sicher weniger Streß für die Kleinen.
Nachdem die Mittel jetzt genau abgepackt waren wollte ich da keine Versuche riskieren, aber bei der nächsten Behandlung könnte ich mir ja mehr von den Mitteln geben lassen, falls sie die Tiere wieder ausspucken.
Das mit dem selbstgemachten Brei ist auch eine gute Idee und wenn sie jetzt nach der Behandluung mit Baycox nicht fressen werde ich das auf alle Fälle mal versuchen.

Was das Baden angeht, das habe ich jetzt mal selbst gemacht weil Timmy und Tirza nach dem Transport total dehydriert und sandig waren.
Das besprühen wurde mir auch von der Züchterin von Zora geraten, die trinkt dann immer schön dabei und man merkt bei allen, daß es ihnen gefällt und sie dabei gut Wasser schlecken und auch wie in der Natur den Kopf tief nehmen damit das Wasser schön zur Maulspitze läuft.

Mal sehen wie es meinen Dreien dann die Tage geht.
liebe Grüße
Carmen
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Gunman
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Beitrag von Gunman »

Was die Dehydrierung betrifft, so wirst du mit dem Baden und auch dem Besprühen eher das Gegenteil erreichen.
Die Sache ist folgende.
Bartagamen decken, auf Grund der Gegebenheiten in ihrem natürlichen Habitat, ihren Wasserbedarf fast ausschließlich durch die Nahrung.
Natürlich regnet es dort auch mal so dass die Tiere trinken können, von daher wird diese Möglichkeit dann auch genutzt.
Wasser was der Körper nicht speichern kann, wird danach wieder ausgeschieden und da entsteht das Problem.
Die Menge die wieder ausgeschieden wird kann die Bartagame nämlich nicht steuern.
Das bedeutet also irgendwann wird mehr Wasser ausgeschieden als aufgenommen wurde.
Gerade wenn ein Befall mit Endoparasiten vorliegt, neigen die Tiere dazu vermehrt Wasser aufzunehmen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben, um den Magen-Darm-Trakt zu "spülen".
Damit verstärkt sich also die Umkehrwirkung.
Das Endresultat siehst du dann am verwässerten Kot.

Den Wasserhaushalt des Tieres kannst du am besten durch die pflanzliche Nahrung steuern.
Wenn der Kot zu wässrig ist, fütterst du einfach Gemüse und vor allem Kräuter mit hohem Rohfaseranteil.
Wird der Kot zu hart, kann man Gemüse wie Karotte oder Paprika geben, die einen hohen Wasseranteil haben.
Damit kann man sich die ganze Mühe mit dem baden und sprühen schenken und den Tieren wird zusätzlich eine Menge Unruhe erspart.
Zuletzt geändert von Gunman am 01.09.2012, 10:45, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Gunman
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Beitrag von Carmen »

Hallo Gunman,

Danke für Deine Zeilen, aber so ganz kann ich das nicht nachvollziehen.
Den Wasserhaushalt des Tieres kannst du am besten durch die pflanzliche Nahrung steuern.
Wenn der Kot zu wässrig ist, fütterst du einfach Gemüse und vor allem Kräuter mit hohem Rohfaseranteil.
Wird der Kot zu hart, kann man Gemüse wie Karotte oder Paprika geben, die einen hohen Wasseranteil haben.
Da gebe ich Dir Recht, Rohfaser ist gut um die Flüssigkeit im Verdauungstrakt zu speichern und länger die Möglichkeit zu geben die aufzunehmen, saftiges Grünzeug bringt Flüssigkeit ins Tier. Das Problem liegt nur darin, daß genau Timmy derjenige ist, der überhaupt keine pflanzliche Nahrung aufnimmt. Also bei Timmy so schon mal zur Zeit leider nicht möglich.
Bartagamen decken, auf Grund der Gegebenheiten in ihrem natürlichen Habitat, ihren Wasserbedarf fast ausschließlich durch die Nahrung.
Mit Betonung auf fast. In der Natur schwimmen und baden sie auch gerne wenn sie die Möglichkeit haben, wie Du ja auch schreibst. (Nicht ganz Australien ist nur trocken) und mit Vorliebe wird morgens der Tau aufgeschleckt, bzw. im Regen der Hintern in die Luft gestreckt und das nach vorne zum tiefgehaltenen Maul gelaufene Wasser abgeschleckt. Gehört zu den natürlichen Verhaltensweisen der freilebenden Tiere und kommt öfter vor wie man denkt. (war selber schon einige Monate in Australien)

Den Darmtrakt zu spülen ist bei Parasitenbefall ja nicht schlecht, und schwemmt auch Parasiten aus und ist nicht mit krankhaftem Durchfall zu vergleichen wo der Körper wegen behinderter Flüssigkeitsaufnahme durch geschädigte Schleimhaut zu wenig Feuchtigkeit aufnehmen kann und deswegen zu flüssiger Kot ausgeschieden wird. Übermäßig ausgeschiedenes Wasser was nur "zu viel" vom Aufnehmen her ist, schadet dem Körper nicht. Der Verdauungstrackt zieht sich die benötigte Flüssigkeit ja vorher heraus, ebenso wie er es aus dem Futter macht und der Rest geht eben wieder ab.
Wie meinst Du dann das mit der Umkehrwirkung? Mehr Wasser ausscheiden wie aufgenommen wird ist für mich hierbei unlogisch.

Das Herausnehmen und der Streß in eine Schüssel mit Wasser gesetzt zu werden ist nicht gut, da gebe ich Dir auch Recht, war auch nur eine Soforthilfsmaßnahme. Was anderes wäre, wenn im eigenen Territorium eine Bademöglichkeit wäre, welche sie selber freiwillig aufsuchen können.
Aber das mit temperiertem Wasser besprühen im eigenen Terrarium streßt meine Tiere nicht, sie kommen selber in den Sprühstrahl gelaufen und sie genießen es und stellen sich in Position und schlecken dann die Tropfen die zum Maul laufen und die um sie herum auch auf.
Nachdem sie aus dem Wasserschüsselchen mit stehendem Wasser so gut wie kaum trinken ist das bei Timmy momentan die einzige Möglichkeit Feuchtigkeit in ihn zu bekommen.
liebe Grüße
Carmen
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Gunman
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Beitrag von Gunman »

Hallo nochmals,
die Sache mit dem Wasserhaushalt der Tiere ist schon etwas verzwickt.
Sicherlich haben die Tiere auch im natürlichen Habitat die Möglichkeit Wasser zu finden, aber eben nicht so dass es jeden Tag verfügbar ist und dann muss man ja auch bedenken das Tiere auch Dinge tun die nicht immer von Vorteil für sie sind. :wink:

Was die übersteigerte Wasseraufnahme betrifft so ist natürlich logisch, dass kein Wasser das im Körper schon gespeichert war mit ausgeschieden wird.
Das Problem liegt ganz einfach in der Speicherung selbst.
Bei normaler Wasserzufuhr wird, genau wie beider Nahrung, das Wasser allmählich im Körper verarbeitet.
Als Endprodukt wird dann nur noch das Urat in fester Form mit dem Kot ausgeschieden.
Bei einer erhöhten Menge an Wasser verwässert sich zum einen der Kot und zum anderen geht der Anteil des Urats immerweiter zurück.
Irgendwann wird dann sogar immer mehr Flüssigkeit ausgeschieden.
Das Wasser wird also nicht mehr gespeichert, sondern verlässt den Körper auf direktem Wege.
Im Prinzip so als würdest du einen Becher haben in den Wasser läuft und du schneidest den Boden auf bis er komplett verschwunden ist.
Dann hast du nichts mehr im Becher und das Wasser läuft ungehindert durch.
Zuletzt geändert von Gunman am 03.09.2012, 18:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Carmen »

Hallo,

leider konnte ich einige Zeit nicht online sein (der Nachteil wenn man in der Wildnis wohnt und nur Sat.-Internet hat), deswegen erst jetzt wieder meine Antwort.

Vielen Dank für die sehr anschauliche Erklärung! :D
So macht das Sinn.

Nebenbei als Aktualisierung:

Nach der 1. Eingabe der Mittel hatten meine Kleinen keinen Hunger mehr und 2 Tage gar nicht mehr gefressen, dann aber wieder losgelegt.
etzt, nach 10 Tagen gab es die 2. Ration und dabei gleich gewogen.
Timmy, welcher 3 Gramm abgenommen hatte, hat auch wieder 7 Gramm zugenommen, Tirza 14 Gramm in 10 Tagen und Zora sogar 16 Gramm.
Hunger haben sie wie verrückt und sind voll agil und auch nicht mehr so dehydriert (auch ohne baden *schmunzel*).
Inzwischen ist auch das Kryptosporidienergebnis da - negativ.

Jetzt kann es ja nur noch aufwärts gehen. *freu*

liebe Grüße
Carmen
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Gunman
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Beitrag von Gunman »

Dann drücke ich euch auf jeden Fall ganz fest die Daumen, dass es weiterhin aufwärts geht. :D
Gruß Gunman
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Beitrag von Carmen »

Vielen Dank und ich halte Euch auf dem laufenden.

liebe Grüße
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Beitrag von Carmen »

So, wie versprochen der Folgebericht.

Inzwischen wurden bei meinen Dreien nach der Behandlung noch jeweils 2 - 3 Mal Kotproben von verschiedenen Tierärzten im Abstand von 1-2 Wochen untersucht (Dr. Biron, Dr. Karbe und mein Tierarzt für alle Tiere.)
Bei keiner einzigen Probe wurde noch irgendwas gefunden, alles negativ. :D
liebe Grüße
Carmen
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