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Winterruhe

Fälschlicherweise wird oft behauptet, Bartagamen hielten Winterschlaf. Das ist aber so nicht richtig. Bartagamen halten Winterruhe. Der Unterschied zwischen Winterruhe und Winterschlaf ist, dass die Tiere bei der Winterruhe auch mal aufwachen und sich im Terrarium bewegen.

Bartagamen halten nicht zwingend Winterruhe. In der Regel zeigen Sie aber das Bedürfnis nach der Winterruhe an, indem sie inaktiver und träge werden und meist mit geschlossenen Augen im Terrarium liegen. Ab diesem Zeitpunkt könnt ihr anfangen, sofern ihr das nicht das ganze Jahr über macht, die Beleuchtungszeiten zu reduzieren. Somit simuliert ihr die Winterzeit, in der es nicht mehr so lange hell ist. Durch die Winterruhe verlängert sich die Lebenserwartung der Tiere und steigert den Fortpflanzungstrieb.

Ab einem Lebensalter von ca. 4 Monaten können Bartagamen Winterruhe halten, sofern sie gesund, futterfest und nicht unterernährt sind. Halten Jungtiere die Winterruhe nur bedingt, sollten sie weiterhin noch gefüttern werden, um zu vermeiden, dass der Fettanteil im Körper zu stark reduziert wird. Dieser Anteil ist bei Jungtieren noch nicht so hoch wie bei Adulten. Vom Fettanteil leben und zehren Bartagamen während der Winterruhe.

Vor der Winterruhe

Bevor man die Winterruhe der Tiere einleitet, sollte man eine Kotprobe bei einem reptilienkundigen Tierarzt abgeben und die Fütterung einstellen. Eine Behandlung von Bartagamen im Krankheitsfall kann nicht während der Winterruhe erfolgen. Außerdem sollte der Darm der Tiere vollständig entleert sein, bevor sie in die Winterruhe gehen. Deswegen sollte man die Fütterung für 1-2 Wochen einstellen, um der Entwicklung und Verbreitung von Parasiten und Bakterien im Magen vorzubeugen. Trifft die Winterruhe unvorhersehbar ein, kann die Entleerung des Magens durch Baden in warmem Wasser gefördert werden. Hier ist zu beachten, dass das Baden für das Tier hohen Stress bedeuten kann, daher sollte man sich genau überlegen ob man dies dem Tier zumutet.


Beginn der Winterruhe

Beginnt das Tier mit seiner Winterruhe, kann angefangen werden, Temperatur und Beleuchtung herunter zu regulieren. Dabei sollte die Beleuchtungsdauer nach und nach über einen Zeitraum von einem Monat reduziert wird. Dabei sollte man auf die Temperaturen achten, diese sollten während der Winterruhe zwischen 18 und 20 Grad (Zimmertemperatur) liegen. Durch Herabsetzen der Temperatur verlangsamt sich der Stoffwechsel der Bartagame. Ab diesem Zeitpunkt brauchen die Tiere nicht mehr gefüttert zu werden, da sie die Nahrung durch den verlangsamten Soffwechsel nicht mehr verarbeiten können. Während der gesamten Zeit der Winterruhe sollte man die Tiere optisch kontrollieren um feststellen zu können wenn sich am Zustand der Tiere etwas verändert.

Während der Winterruhe

Während der Winterruhe ist es völlig normal wenn die Bartagame ab und zu mal die Augen öffnet oder sich im Terrarium bewegt. Viele Halter machen sich hier schon direkt Sorgen, was aber unbegründet ist, da es sich hier um ein normales Verhalten handelt. D.h. man braucht die Winterruhe in diesem Stadium noch nicht beenden. Möchten die Tiere die Winterruhe wieder beenden werden sie wieder aktiv und bewegen sich im Terrarium.

Ende der Winterruhe

Die Dauer der Winterruhe kann unterschiedlich sein. Sie kann 4 bis 8 Wochen dauern, manchmal aber auch zwischen 3 und 4 Monaten. Bartagamen richten sich nach ihrer inneren Uhr und werden dementsprechend auch wieder von selbst aktiv. Indem man nach ca. 8-10 Wochen wieder anfängt die Beleuchtungsdauer hoch zu setzten um zum normalen Rhythmus zurückzukehren, falls die Tiere bis dahin noch nicht erwacht sind, kann man sie langsam wieder an ihren normalen Tagesablauf gewöhnen.

Bei Paarhaltung von Bartagamen kann man sich jetzt vielleicht auch auf Nachwuchs einstellen. Deshalb sollten während der Winterruhe die entsprechenden Vorbereitungen getroffen werden.